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Wasser

Mediation im Privatleben

Erben & Vererben
Fallbeispiel

Die Mutter ist vor wenigen Wochen verstorben. Der Sohn, in der Nachbarschaft wohnend, hatte sich die letzten Jahre mehr als die Geschwister um die Mutter gekümmert, ihr Haus in Ordnung gehalten (Anstrich, ...) und „alles nötige“ koordiniert und organisiert. Nun wird das Testament eröffnet, er soll fast das ganze (kleine) Vermögen erhalten.

Dabei habe er ein schlechtes Gefühl und außerdem habe er Angst, dass über ihn geredet werde. Mit diesen Worten kommt der Sohn mit der Bitte zu uns, eine Mediation mit ihm und seinen Geschwistern durchzuführen.

Unter seiner Zusicherung, die Kostenfrage alleine zu regeln, sagen die 2 Geschwister zu. Wenige Tage später kommt es zum ersten Termin. Gelassen und ruhig Bruder und Schwester, aufgeregt und fahrig der Haupterbe. Alle Beteiligten werden zunächst gebeten, aus ihrer Sicht die Erbschaftsfrage zu erzählen. Hierbei schon zeigt sich, dass die Geschwister mit der Regelung der Mutter einverstanden sind und im nachhinein sehr dankbar sind, dass sie in der kritischen Phase nicht zur Verantwortung oder zu Hilfeleistung angehalten wurden. Die Befürchtungen des Bruders sind beiden völlig unverständlich, beide erkennen aber ausdrücklich seine Einladung zu einem Mediationsgespräch als „gute Idee“ an. Befürchtungen des Haupterben, als „Erbschleicher“ die notwendigen Verrichtungen für die Mutter getan zu haben, sind schnell aufgelöst.

Rollenverhalten aus den Jugendjahren werden angesprochen: Damals war der andere Sohn der „Liebling“, der Haupterbe so etwas wie das schwarze Schaf. Geschichten aus der Vergangenheit führen auch zu Erklärungsideen, warum die aktuelle Situation für den Haupterben so schwierig ist.

In gelöster Atmosphäre wird Vieles angesprochen, was über Jahrzehnte tabuisiert war. Die Geschwister sind erstaunt und erfreut, dass der haupterbende Bruder beiden noch einen ansehnlichen Geldbetrag anweisen will. Die Grundlage für eine Zukunft in gegenseitiger Anerkennung und Achtung ist gelegt.