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Mediation im Berufsleben

Arbeitnehmer & Arbeitgeber
Fallbeispiel

Nach Ablauf der Elternzeit beantragt eine Arbeitnehmerin Teilzeit und zwar an fünf Vormittagen bis längstens 14.00 Uhr. Der Arbeitgeber hat Verständnis für die getrennt lebende und damit alleinerziehende Mitarbeiterin, sieht sich jedoch nicht in der Lage den Teilzeitwunsch zu erfüllen, da die Filialleiterinnen wie die Mitarbeiterin immer nur ganztags eingesetzt werden, und die   anderen Mitarbeiter in den Filialen sofern sie Teilzeit arbeiten im Wechsel vormittags oder nachmittags anwesend sind. Er möchte aber nicht auf die qualifizierte Mitarbeiterin verzichten, die ihrerseits gerichtliche Schritte angekündigt hat.

In der Mediation wird sowohl das unternehmerische Konzept des Arbeitgebers ausführlich erläutert, als auch die Situation der Mitarbeiterin. Zur Überraschung des Arbeitgebers stellt sich heraus, dass die Mitarbeiterin gerne weiter auch nachmittags arbeiten würde und ihr Vater auch einen Teil der Kinderbetreuung übernehmen würde, ihre ungeklärte Trennungs- und Sorgerechtssituation und Vorwürfe des Vaters der Kinder gegen den Großvater dieser Lösung aber im Wege stünden. Die Medianden vereinbaren als Zwischenergebnis zunächst den befristeten Einsatz der Arbeitnehmerin  als Springerin überwiegend in den Vormittagsstunden. Sodann wird das Jugendamt eingeschaltet und um Hilfe gebeten, um so den Arbeitsplatz der Arbeitnehmerin zu erhalten.

Mit dem Angebot einer Mediation hatte der Arbeitgeber seiner Mitarbeiterin deutlich gemacht, wie ernst er sie nimmt und wieviel ihm an der Vereinbarkeit von Beruf und Familie liegt.  Die von allen Seiten vereinbarte Offenheit war das Signal für die Arbeitnehmerin, über ihre familiären Probleme offen zu reden und sich Unterstützung dort zu holen, wo das Problem lag.